II.2.2.29
Reports of Explorations and Surveys, to accertain the most practicable and economical Route for a Railroad from the Mississippi River to the Pacific Ocean. [...] Volume III.- Washington: A.O.P. Nicholson, Printer. 1856.

Part III. Report upon the Indian tribes (S.33)

Mojaves

Der Whipple-Report

    Die amerikanische Regierung rüstete verschiedene Expeditionen aus, welche auf 4 Routen mögliche Eisenbahntrassen zur Westküste finden sollten. Die Expedition, der sich Möllhausen anschloß, startete am 15. Juli 1853 in Fort Smith am Arkansas und sollte dem 35.Grad nördlicher Breite folgen. Leiter der Expedition war Leutnant Amiel Weeks Whipple vom Ingenieur–Corps der Armee. Nach großen Strapazen erreichte die Expedition am 21. März 1854 Pueblo de los Angeles, das heutige Los Angeles.

    Der offizielle Expeditionsbericht, der sogenannte Whipple–Report, besteht aus vier Teilen.
    Als dritter Teil ist der "Report upon the Indian Tribes" enthalten, in dem Geschichte, Lebensumstände und Sitten der auf der Expeditionsroute lebenden Indianerstämme dokumentiert werden. Die Vorlagen für alle 31 Text-Abbildungen des dritten Teils stammen von Möllhausen

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    Mojaves

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    I.2.a.44
    © Stiftung Preussische Schlösser und Gärten

    Mohave Indianer

Texte:

    Tagebuch einer Reise vom Mississippi nach den Küsten der Südsee.- Leipzig: Hermann Mendelsohn. 1858.
    Seiten 282-285


    ... Als wir uns mit unseren alten Begleitern unterhielten, wurden wir einer ganzen Schar Indianer mit Weibern und Kindern ansichtig, die sich von der Felskette her in feierlichem Zug auf unser Lager zu bewegte. Es war dies eine Gesellschaft oder Gemeinde der Mohave-Indianer, die sich mit ihren Tauschartikeln bei uns einstellte, um Geschäfte zu treiben. So wenig oder gar nicht bekleidet die einzelnen Mitglieder auch waren, so läßt sich kaum eine buntere Schar denken als die, die, geführt von einem Häuptling, in langer Reihe unserem Lager zuschritt. Die herkulischen Gestalten der Männer prangten von den langen Haaren bis hinab zu den stumpfen Zehen in weißer, gelber, blauer und roter Farbe, je nachdem sie sich mit Kalk oder farbiger Tonerde beschmiert hatten. Die diamantklaren Augen blitzten aus den gemalten Zügen wie feurige Kohlen, und auf dem Scheitel der meisten standen einige Geier-, Specht- oder Schwanenfedern aufrecht, wodurch die riesenhaften Gestalten nur noch größer erschienen. [...]
    Die Weiber waren alle mit dem eigentümlichen Rock bekleidet, dessen vordere Hälfte bei den wohlhabenderen aus gedrehten Wollschnüren statt der Baststreifen bestand. Auf den Köpfen trugen sie tönerne Gefäße, aus Bast geflochtene Säcke und wasserdichte Körbe, die mit den Erzeugnissen ihres Fleißes und dem Ertrag ihrer Felder angefüllt waren. Im Lager angekommen, knieten die Weiber reihenweise auf dem Boden nieder. Ihre vollen Körbe stellten sie vor sich hin, worauf die sie begleitenden Männer sich in unserem Lager verstreuten, unsere Leute zum Handel aufforderten und auch den Abschluß eines Handels, wenn ein solcher zustande gekommen war, überwachten. ...

Texte:

    Das Mormonenmädchen. Eine Erzählung aus der Zeit des Kriegszuges der Vereinigten Staaten gegen die "Heiligen der letzten Tage" im Jahre 1857-1858 von Balduin Möllhausen.- Jena und Leipzig: Hermann Costenoble. 1864.
    und Neuausgabe
    München: ABLIT Verlag. 2001


    ... Die äußere Erscheinung dieser Urwilden mochte mit dazu beitragen, daß man sich rücksichtsvoller gegen sie benahm und sie mehr mit bewundernder Theilnahme, als mit besorgnißvoller Abneigung betrachtete. Denn außer dem, daß sie noch fast eine Kopfeslänge über die größten Mitglieder der Mormonen-Gesellschaft emporragten, waren ihre Körper, ohne auffallend muskulös zu sein, von so kräftigem, untadelhaftem Bau und so classisch schönem Ebenmaß, daß man sie mit den Göttergestalten des antiken Olymp hätte vergleichen können, wie sie einst als Ideale der Phantasie der alten griechischen und römischen Künstler vorgeschwebt haben mögen.
    Ein langer, flatternder Schurz von weißem Baumwollenzeug bildete ihre einzige Bekleidung, während Sandalen von dickem ungegerbtem Leder ihre Füße gegen das scharfe Gestein schützten. Als Schmuck hatten sie nur mehrere Schnüre weißer Perlen um ihren Hals geschlungen, wozu derjenige, welcher den Turban auf seinem Kopfe trug, noch einen blauen Stein und eine weiße Perle mittelst eines dünnen Riemens an seinem durchstochenen Nasenknorpel befestigt hatte. Ihr Hauptschmuck bestand indessen in den pechschwarzen Haaren, welche in unglaublicher Länge und Stärke über ihre Nacken niederfielen. Dieselben waren mit Hülfe von klebriger Erde in sechszehn bis zwanzig dicke Strähnen zusammengedreht worden und reichten bis tief auf's Kreuz hinab, wo sie alle in gleicher Länge endigten.
    Ihre Physiognomien trugen den echten indianischen Typus, zeigten aber nichts von dem wilden verschlagenen Ausdruck, welcher den größten Theil der nordamerikanischen Indianerstämme charakterisirt. Es ruhte sogar eine gewisse Offenheit und Redlichkeit auf denselben, was von vorn herein zu der Vermuthung verleitete, daß sie, anstatt von dem Fleische des Wildes zu leben, ihre Nahrungsstoffe einzig und allein einem üppig spendenden Boden verdankten, was im Laufe von Generationen nicht ohne Einfluß auf die Körperbeschaffenheit und Neigungen des Menschen bleiben kann.
    ...
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