I.4.b.30
Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Ethnologisches Museum
Berlin-Dahlem

Ruinen von Pecos in Neumexiko

Möllhausen-Liste Nr.31.: Ruinen der alten Indianerstadt Pecos

Kriegsverlust

Die Bilder im Völkerkundemuseum

    Um seine Bilder für die Nachwelt zu sichern, verschenkt Balduin Möllhausen sie ein Jahr vor seinem Tod an Berliner Museen. Die Landschaften erhält die Geographische Gesellschaft und die Bilder, welche Indianer und ihr Umfeld zeigen, gehen an das Völkerkundemuseum in Berlin. Insgesamt sind es neben einem Skizzenbuch (mit 99 Zeichnungen von der ersten Reise) vier Mappen mit insgesamt 80 Aquarellen. Davon erhält das Völkerkundemuseum 33 Aquarelle.

    27 der 33 Bilder wurden im Krieg vernichtet. Es existieren aber fotografische Platten.

Beschreibung von Horst Hartmann
in:
George Catlin und Balduin Möllhausen. Zwei Interpreten der Indianer und des Alten Westens.- Berlin: Dietrich Reimer Verlag. 1963

    Möllhausen hat die Überbleibsel der alten Indianersiedlung, die in einem weiten, von allen Seiten von hohen Plateaus begrenzten Kessel liegen, in seinem zweiten Reisewerk ausführlich beschrieben. Sein Aquarell vermittelt uns eine gute Vorstellung von dem Ort.

Abgedruckt in:

    Andreas Graf: Abenteuer und Geheimnis. Die Romane Balduin Möllhausens.- Freiburg: Rombach Verlag. 1993.

Texte:

    Der Kesselflicker. Erzählung in drei Abtheilungen von Balduin Möllhausen. Erste Abtheilung. Erster Band. (und) Erste Abtheilung. Zweiter Band. (und) Zweite Abtheilung. Dritter Band. (und) Zweite Abtheilung. Vierter Band. (und) Zweite und dritte Abtheilung. Fünfter Band.- Berlin: Hausfreund-Expedition (E. Graetz.). o.J. (1871).
    Neuausgabe:
    München: ABLIT Verlag. 2006


    ... Nach einer guten Tagereise durch die eben geschilderten Landschaften hat man sich Santa-Fé bis auf zwanzig und einige Meilen genähert. Ein umfangreiches hügeliges Thal, von allen Seiten begrenzt durch imposante, schroff abfallende Felsplateaus, und nur gegen Nordwesten überragt von blauen, den größten Theil des Jahres hindurch mit Schnee bedeckten Bergkuppen, nimmt daselbst den Reisenden auf. Ein schmaler, krystallklares Wasser führender Bach ladet den müden Wanderer zum Lagern ein; derselbe vereinigt sich nach kurzem Laufe östlich mit anderen Quellen zu einem größeren Strome, dem Pecos, der, auf weite Strecken nur aus der Nähe bemerkbar, in seinem tief gelegenen Felsenbett dahinschäumt. Wer nun, der alten Handelsstraße nachfolgend, jenes Thal erreicht, dessen Aufmerksamkeit wird gewiß, trotz des großen Reichthums an malerischen Scenerien in seiner Umgebung, vorzugsweise durch die Trümmer einer untergegangenen indianischen Stadt gefesselt.
    Es sind die Ruinen von Pecos, einer Colonie der Abkömmlinge der eingewanderten Azteken und Tolteken, die von den Spaniern noch lange nach ihrer ersten Entdeckung in vollster Blüte gekannt wurde. Eine zerfallende Kirche auf dem südlichen Ende der Stadt gibt Kunde, daß vor noch nicht sehr vielen Jahren wandernde Jesuitenpatres für die letzten in Pecos hausenden Familien in dem morschen Lehmtempel unverstanden das Hochamt abhielten. Doch auch diese letzten Familien sind verschwunden und verschollen; eingestürzt sind die Dächer der Wohnungen, die einst, terrassenförmig übereinander liegend, zahlreichen glücklichen Menschen zum Aufenthalt dienten. Nur die Erdgeschosse und die in den Erdboden hineingewühlten Räumlichkeiten sind, zum Theil noch erhalten, willkommene Zufluchtsstätten kleiner Nagethiere und der ihnen nachstellenden Füchse und Koyotas. ...
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