I.4.b.22
Š Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Ethnologisches Museum
Berlin-Dahlem

Zuni

Möllhausen-Liste Nr.23.: Die Terrassenstadt Zuni

Kriegsverlust

Die Bilder im Völkerkundemuseum

    Um seine Bilder für die Nachwelt zu sichern, verschenkt Balduin Möllhausen sie ein Jahr vor seinem Tod an Berliner Museen. Die Landschaften erhält die Geographische Gesellschaft und die Bilder, welche Indianer und ihr Umfeld zeigen, gehen an das Völkerkundemuseum in Berlin. Insgesamt sind es neben einem Skizzenbuch (mit 99 Zeichnungen von der ersten Reise) vier Mappen mit insgesamt 80 Aquarellen. Davon erhält das Völkerkundemuseum 33 Aquarelle.

    27 der 33 Bilder wurden im Krieg vernichtet. Es existieren aber fotografische Platten.

Beschreibung von Horst Hartmann
in:
George Catlin und Balduin Möllhausen. Zwei Interpreten der Indianer und des Alten Westens.- Berlin: Dietrich Reimer Verlag. 1963

    Bei der Betrachtung dieses Bildes wird der Blick sofort auf die berühmte Indianerstadt gelenkt, die in einem breiten Tal vor senkrecht ansteigenden Felsen liegt. Es handelt sich hier um eins der eindrucksvollsten Werke von Möllhausen, der das Terrassendorf 1858 noch einmal besucht hat.

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Texte:

    Tagebuch einer Reise vom Mississippi nach den Küsten der Südsee.- Leipzig: Hermann Mendelsohn. 1858.
    Seiten 282-285

      ... Am Zuņi-Flusse, der sein Wasser dem Colorado Chiquito zuführt, erhebt sich auf einer kleinen Anhöhe Pueblo de Zuni , die Indianerstadt. Aehnlich wie Santo Domingo ist Zuņi terrassenförmig gebaut, so dass 3 bis 7 Stockwerke übereinander liegen. Das obere ist jedesmal kleiner als das, auf welchem es sich erhebt, wodurch jede Wohnung einen Vorhof oder eine Gallerie erhält. Die Strassen zwischen den Häusern sind eng und zuweilen durch Ueberbauung der oberen Stockwerke ganz verdeckt.
      [...]
      Bei den Zuņi-Indianern tritt die Hinneigung zur Civilisation noch mehr hervor als in irgend einer anderen Pueblo. Sie treiben Schafzucht, halten sich Pferde und Esel und beschäftigen sich in ausgedehnterem Massstabe mit Ackerbau. Als unsere Expedition dort vorbeizog, waren freilich die Ernten schon längst beendigt, doch erblickten wir überall auf der Ebene Felder, wo die Stoppeln von Weizen, Mais, Kürbissen und Melonen von dem Fleisse der Indianer zeugten. Ausser diesen Feldfrüchten ziehen sie in ihren Gärten auch Zwiebeln, Bohnen, und spanischen Pfeffer, und besonders letzterer war in grossen Massen guirlandenweise an den Aussenwänden der Häuser zum Trocknen aufgehängt. Doch nicht nur Ackerbau und Viehzucht ist es, womit die Zuņis umzugehen wissen, sondern die Weiber derselben sind auch geschickte Weberinnen und verfertigen, wie die Navahoes, dauerhafte Decken. Das Zerreiben des Getreides zu Mehl ist ebenfalls Arbeit der Weiber und geschieht, indem die Arbeiterin mit einem Steine auf einem anderen schräg stehenden die Körner zermalmt. Auch eine Schmiede befindet sich in der Stadt, in welcher Indianer Hammer und Zange regieren.
      Einen interessanten Anblick gewährt diese Pueblo in der Nähe mit ihren Terrassen, den hohen Strassen, den zahlreichen Leitern, den mancherlei Gestalten, die emsig auf denselben umherklettern, und den auf den Mauern umhersitzenden gezähmten Truthühnern und Adlern. Hat man die Stadt aber verlassen und schaut nach derselben zurück, dann ist es ein schönes Bild, welches am südlichen Ende der Ebene ausgebreitet liegt, und vor welchem man gern etwas länger verweilt, um die einzelnen Punkte dem Gedächtnisse fester einzuprägen. Die imposanten Felsenmassen, die fernen blauen Gebirge, die alterthümliche Stadt und vor derselben die Fläche, zu der Zeit entblöst vom reichen Ertrage, die in weitem Kreise zerstreut umherliegenden einsamen Wartthürme, alles diese nahm sich so malerisch aus und passte so genau zu einander, dass mir die Aussicht, welche ich Ŋ Meile nördlich von der Stadt zurückblickend genoss, ewig unvergesslich bleiben wird. ...
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