I.4.b.17
© Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Ethnologisches Museum
Berlin-Dahlem

Kiowa-Lager

Möllhausen-Liste Nr.18.: Lager eines Schawnee-Trupps in der Prärie

Kriegsverlust

Die Bilder im Völkerkundemuseum

    Um seine Bilder für die Nachwelt zu sichern, verschenkt Balduin Möllhausen sie ein Jahr vor seinem Tod an Berliner Museen. Die Landschaften erhält die Geographische Gesellschaft und die Bilder, welche Indianer und ihr Umfeld zeigen, gehen an das Völkerkundemuseum in Berlin. Insgesamt sind es neben einem Skizzenbuch (mit 99 Zeichnungen von der ersten Reise) vier Mappen mit insgesamt 80 Aquarellen. Davon erhält das Völkerkundemuseum 33 Aquarelle.

    27 der 33 Bilder wurden im Krieg vernichtet. Es existieren aber fotografische Platten.

Beschreibung von Horst Hartmann
in:
George Catlin und Balduin Möllhausen. Zwei Interpreten der Indianer und des Alten Westens.- Berlin: Dietrich Reimer Verlag. 1963

    Auf einer Lichtung liegt ein Dorf der Kiowa, von dem sieben Zelte sichtbar sind. Vor der Behausung erblicken wir Menschen, Hunde und allerlei Gerätschaften. Zur Linken bearbeitet eine Frau ein Fell mit einem Schaber, derweil eine andere Tierhaut schon zum Trocknen aufgespannt ist. Im Hintergund werden Pferde auf die Weide getrieben.
    Möllhausen hat das Blatt in seiner Originalliste unter der Bezeichnung Lager eines Schawnee-Trupps in der Prärie aufgeführt. Das ist ein Irrtum. Ein ähnliches Bild wurde bereits in seiner ersten Reisebeschreibung unter dem Titel Lager der Kioway-Indianer veröffentlicht. Die Unterschiede zwischen unserem Aquarell und der Illustration im Tagebuch einer Reise vom Mississippi nach den Küsten der Südsee liegen in der Zahl, Form und Bemalung der Zelte. Eine dritte Darstellung, die sich heute in Bleicherode (=Gerd Möllhausen) befindet, ist noch etwas reicher ausgestattet als die beiden anderen Bilder.

    (Ich muß aus der Tatsache, daß die Bemalung des im Blickpunkt stehenden Tipis uneinheitlich ist, den Schluß ziehen, daß Möllhausen nicht die Absicht hatte, eine bestimmte Zeltdekoration wiederzugeben. Deshalb kann das Bild in dieser Beziehung keinen dokumentarischen Wert beanspruchen. [...]
    Ansonsten hat Möllhausen gut beobachtet. Auch die Stangen für die Windklappen der Zelte sind eingezeichnet worden.)

Abgedruckt in:

    Horst Hartmann: George Catlin und Balduin Möllhausen. Zwei Interpreten der Indianer und des Alten Westens.- Berlin: Dietrich Reimer Verlag. 1963

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