I.2.a.5
© Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Reisende Otoe-Indianer


Aquarell, weiß gehöht
17x24,2 cm
bez. ohne
Aquarellsammlung 2242

Die Bilder der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg:

    Den größten Teil der ihm nach der 2.Reise verbliebenen Aquarelle, darunter die Vorlagen für die Illustrationen im Tagebuch, übergab Möllhausen 1856 bei Audienzen in drei Mappen an König Friedrich Wilhelm IV.
    In einem Brief vom 18.2.1904 an das Königliche Kupferstichkabinett schrieb Möllhausen:
    »... Vor einem halben Jahrhundert hatte ich den Vorzug, dem Könige in kurzen Zeitabständen drei Mappen mit fünfzig Aquarellen überreichen zu dürfen, die sich auf meine beiden ersten Weltfahrten bezogen. Dieselben enthielten zugleich die Originale der Illustrationen, die ich der Prachtausgabe meines Erstlingswerkes einverleibte ...«

    Die Bilder waren zunächst verschollen. Noch in der 1981 erschienenen Neuausgabe seines Buchs (Catlin und Möllhausen. Zwei Interpreten der Indianer und des Alten Westens. Berlin, Dietrich Reimer Verlag, 1963) erklärte Horst Hartmann, Direktor des Berliner Völkerkundemuseums:
    »... Wo die dem König von Preußen vermachten Stücke geblieben sind, ist mir unbekannt. ...«

    Nach der Wiedervereinigung, im Jahr 1994, fanden Berliner Ethnologen und Sammler die Bilder in der sogenannten Plankammer des Neuen Palastes in Sanssouci. Wegen des unerwarteten Interesses wurden die Bilder dann zusammen mit vielen anderen Exponaten aus dem Ethnologischen Museum in Berlin und aus dem Besitz der Familie Möllhausen in einer Ausstellung mit dem Titel "Ein Preuße bei den Indianern" vom 28. Mai bis 23. Juli 1995 in den Römischen Bädern (Sanssouci, Potsdam) der Öffentlichkeit vorgestellt.

Abgedruckt in:

    Balduin Möllhausen (1825-1905). Ein Preusse bei den Indianern. Aquarelle für Friedrich Wilhelm IV. Stiftung Preussische Schlösser und Gärten. Berlin-Brandenburg. 1995.
    (Ausstellungskatalog)

Ähnliche Bilder:

    I.1.c.3
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    Washington, DC

    Indian woman with horse drawing tipi poles

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    Skizzenbuch 2, Blatt 10

    Otoe Squaw

Ähnliche Bilder:

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    Reports of Explorations and Surveys
    Report upon the Indian Tribes

    Kiowas removing camp

Texte:

    Tagebuch einer Reise vom Mississippi nach den Küsten der Südsee. Von Balduin Möllhausen. Eingeführt von Alexander von Humboldt.- Leipzig: Hermann Mendelsohn. 1858.

    ... Bei einer frühern Gelegenheit habe ich [...] die Beschreibung eines indianischen Zeltes gegeben, wie dasselbe aus Büffelleder und Zeltstangen besteht; wollen die Indianer nun wandern, so schnüren sie das Zeltleder, so wie alle übrigen Habseligkeiten in kleinere oder größere Bündel und packen dieselben nach unserer gewöhnlichen Art auf die Rücken ihrer Thiere. Die Zeltstangen werden so auf die Packpferde vertheilt, dass vier oder sechs derselben auf jedes bepackte Thier kommen, und dann mit dem dicken Ende an die äussern Bündel so befestigt, dass der obere und schwächere Theil der Stangen auf der Erde nachschleift. Da die Thiere nun auf jeder Seite zwei oder drei derselben mit sich schleppen und immer eins in die Fusstapfen des andern tritt, so entstehen diese drei Pfade; in den beiden äussern schleifen die Stangen, in dem mittlern geht das Pferd und die dazu gehörige Squaw, die das Pferd führt, welchem die übrigen zu dem Wigwam gehörigen Thiere, immer eins an des andern Schwanz gebunden, folgen. Mitunter werden die beiden Stangen durch eine ausgespannte Büffelhaut verbunden, um auf derselben kranken und schwachen Mitgliedern des Stammes einen Sitz zu verschaffen und die Mühe des Reitens zu ersparen. ...
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