I.1.b.1
Nachlass Herzog Paul Wilhelm
Bauser-Fotografie


[Kiowas greifen Möllhausen und Herzog Paul an]
[An Encounter with the Kiowas]


sign.: B.Möllhausen

Die Bauser-Fotografien:

    In den Jahren 1930-34 wurde von einem Friedrich Bauser (1870-1934, Jurist und Archivar) eine "Abschrift" der in der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart befindlichen Herzog Paul-Tagebücher im Auftrag amerikanischer Interessenten hergestellt. Bauser fotografierte auch einige der zum Herzog Paul-Nachlass gehörenden Möllhausen-Zeichnungen und verkaufte sie an Grace Raymond Hebard, die sie in ihrem Buch "Sacajawea.- Glendale, California: The Arthur H.Clark Company. 1933." veröffentlichte. Allerdings stammen nur 2 der 3 von Hebard Möllhausen zugeschriebenen Bilder tatsächlich von Balduin Möllhausen. Bauser hat sich hier geirrt.
    Hebard verwechselt in ihrer Bildunterschrift Möllhausen und Herzog Paul.

    Die Original-Tagebücher des Herzogs mit allen Zeichnungen und Bildern wurden in der Württembergischen Landesbibliothek in der Nacht vom 12. zum 13. September 1944 bei einem Bombenangriff vernichtet.

Abgedruckt in:

    Sacajawea. A guide and interpreter of the Lewis and Clark expedition, with an account of the travels of Toussaint Charbonneau, and of Jean Baptiste, the expedition papoose by Grace Raymond Hebard.- Glendale, California: The Arthur H. Clark Company. 1933.

Ähnliche Bilder:

    I.5.c.25
    © Familie Möllhausen
    Skizzenbuch 2

    Cayowas indian
    (Überfall)

Texte:

    Reisen in die Felsengebirge Nord-Amerikas bis zum Hoch-Plateau von Neu-Mexico.- Leipzig: Otto Purfürst. (1861).
    Kapitel 11

    ... Die Zusammenkunft schien anfangs ein friedliches Ende nehmen zu wollen, als plötzlich einer der uns Folgenden seinen Gefährten einige Worte zurief, worauf diese mit der Schnelligkeit eines Gedankens ihre Decken zurückwarfen, ihre Waffen ergriffen und sich mit wildem Geschrei auf uns stürzten. Der Angriff geschah so plötzlich und von allen Seiten, daß wir von unseren Waffen keinen Gebrauch machen konnten und nur versuchten, mit unseren Pferden durchzubrechen. Kaum bemerkten sie aber unsere Absicht, als einer der wilden Gesellen vor den Wagen sprang und dem Handpferd mit dem Hammer des Tomahawks einen Hieb über dem Auge an den Kopf versetzte, daß es betäubt auf die Knie sank. Es hob sich zwar gleich wieder empor, doch war es für den Augenblick unfähig, weiterzugehen, und es starb auch nach einigen Tagen infolge des furchtbaren Schlags.
    Wir befanden uns also vollständig in der Gewalt dieser Wilden, und zwar so, dass wir uns nicht zu rühren vermochten. Vor jedem von uns standen nämlich sechs oder sieben der Räuber, die uns auf äußerst unbequeme Weise ihre gespannten Karabiner vors Gesicht hielten oder die Sehne mit dem befiederten Pfeil ans Ohr zogen und mehr als zu genau nach unserer Brust zielten. ...
Fenster schließen